Wiederinbetriebnahme der historischen Höllental-Ellok E44 1170

Lebenslauf der Lokomotive von 1944 bis heute


Im Jahr 1911 begann zwischen Dessau und Bitterfeld das Zeitalter der elektrischen Zugförderung in Deutschland. Bereits 1913 fuhr man auch in Südbaden auf der Wiesen- und Wehratalbahn elektrisch. Die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft trieb nach dem Ersten Weltkrieg die Streckenelektrifizierung und die Entwicklung neuer Elektrolokomotiven konsequent voran. Der Hochschwarzwald mit der Höllental- und Dreiseenbahn war ab 1936 „elektrisiert“, wie es damals hieß.

Die Elektrolokomotiven der Baureihe E44 waren die ersten Elloks in Deutschland, die in größerer Stückzahl (187 Stück) gebaut wurden. Diese von den Siemens-Schuckert-Werken als Universalloks konzipierten Lokomotiven prägten aufgrund ihrer Robustheit und Zuverlässigkeit von 1930 bis in die 1980er Jahre den Eisenbahnverkehr hauptsächlich in Süd-, aber auch in Mitteldeutschland. Die grünen Elektrolokomotiven mit ihren kurzen Schnauzen und den knurrenden Motoren hinterließen bleibende Eindrücke. 1984 rollte die letzte E44 der DB aufs Abstellgleis.

Einige Exemplare der E44 wurden für den Betrieb auf steigungsreichen Strecken mit einer zusätzlichen elektrischen Widerstandsbremse ausgerüstet. Diese Loks sind mit einem „W“ hinter bzw. mit einer „1“ vor der Loknummer gekennzeichnet (z.B. E44 170w, E44 1170) und wurden ab 1968 als DB-Baureihe 145 (z.B. 145 170-7) bezeichnet.

Die E44 1170 stand ab 1944 im Dienst der Deutschen Reichsbahn und dann ab 1949 bis 1983 im Dienst der Deutschen Bundesbahn, wobei sie die längste Zeit, nämlich 54 Jahre lang, ihre Heimat in Freiburg hatte. Nach ihrer Ausmusterung war sie als betriebsfähige Museumslok des DB Museums regelmäßig vor Sonderzügen im Höllental und auf der Dreiseenbahn im Einsatz. 1996 wurde sie nach Ablauf der Betriebsfristen abgestellt. Seit 2010 befindet sich die E44 1170 als wertvolles Originalfahrzeug in der Obhut der 3 Seenbahn und ist derzeit im Bahnpark Augsburg geschützt untergestellt, wo sie zu bestimmten Terminen besichtigt werden kann.

Betriebsfähige Aufarbeitung

Im Herbst 2016 fand eine umfangreiche Begutachtung der Lokomotive statt, bei der ihr guter Allgemeinzustand für eine durchzuführende Hauptuntersuchung durchaus positiv auffiel. Neben den Eisenbahn-typischen Gewerken, wie Bremsrevision und Fahrwerksprüfung, muss der gesamte elektrische Teil durchgeprüft und einzelne Komponenten gesondert aufgearbeitet werden. Als erstes erhielt der Hauptschalter im Sommer 2017 eine Aufarbeitung durch eine Fachfirma und der Transformator einen Ölwechsel. Bevor die Lok das erste Mal die Stromabnehmer heben kann, muss noch eine Hochspannungsprüfung durchgeführt werden. Als aufwändigste Projektpunkte stehen die Reparatur eines defekten Fahrmotors mithilfe einer Achssenke und der Einbau einer modernen Zugsicherungsanlage inklusive zeitgemäßer Funkanlage auf der Arbeitsliste. Nach einer erfolgten Fahrwerksaufarbeitung wäre die Lok dann betriebsfähig. 

Solche Arbeiten kann heute jedoch kein reguläres Ausbesserungswerk mehr leisten, da die planmäßige Instandhaltung von Vorkriegs-Elloks Mitte der 1980er Jahre endete. Das Wissen um diese Loks wird nur noch durch Kooperation und Austausch der wenigen Betreiber und ihrer Teams bewahrt. Deshalb arbeiten wir eng mit der Elektrischen Zugförderung Württemberg zusammen.

Das Bild ist übertitelt mit dem Schriftzug "Wiederinbetriebnahme der Höllental-Ellok E44 1170" und zeigt die E-Lok E44 1170 vor einem Lokschuppen. Über das Bild verteilt sieht man Text, der beschreibt, wie teuer geplante Restaurationen werden: Einbau einer neuen Funkanlage 12.000 €, Reparatur eines Fahrmotors 31.000 €, Überführungsfafhrten 8.500 €, Einbau einer modernen Zugsicherung 41.000 €, Revision Fahrwerk 10.000 €, Sicherheitsreserve 10.000 €. Bereits umgesetzte Reparaturen sind ein Trafoölwechsel für 6.000 € und die Revision des Hauptschalters für 6.500 €. Als letztes wird zu einer Spende aufgerufen an das Konto mit der IBAN DE61680501010013348766 und der BIC FRSPDE66XXX.
Das Spendenchart zur Wiederinbetriebnahme der E44 1170 zeigt die geplanten und bereits umgesetzten Restaurationen.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 125.000 €. Davon wurden seit Projektstart bereits knapp 13.000 € investiert. Um die betriebsfähige Aufarbeitung weiter voranzubringen sind wir auf Spender und aktive Mitarbeit angewiesen.

Helfen Sie uns, diese Urahnin der elektrischen Traktion wieder betriebsfähig zu machen! Wir freuen uns auf Ihre Spende auf das Spendenkonto der 3Seenbahn gGmbH, Konto DE61 6805 0101 0013 3487 66, Stichwort „E44“. Vielen Dank!